Around the World: Mexiko – Guatemala – Belize

December 28, 2011
Fabian Pitzer

Nach all den weihnachtlichen Verlosungen komme ich wieder zum Kern unseres Blogs zurück – Beträge über Fotografie. Da ich nun glücklicherweise meine Festplatte retten konnte, bzw. sie mir gerettet wurde hier nun die vorerst finalen Bilder meiner Weltreise. Unglücklicherweise habe ich mir zwei Tage vor Abflug in Mexiko einen Maleware-Virus eingefangen und habe die Platte gleich vor Ort gelassen, da die Mexikaner so was deutlich günstiger für einen beheben als in Deutschland.

Nach fast 5 Monaten Ostasien war es Zeit für einen Kulturwechsel und ich freute mich schon auf Mexiko. Das Land das Alexander von Humboldt schon fast mit dem Paradies auf Erden gleichsetzte faszinierte mich ebenfalls und ich wollte wissen, warum das so ist.

Zunächst einmal landet man in Mexiko City oder kurz D.F. (Destrito Federal) einem riesigen Konglomerat des menschlichen Lebens das mit allen Randgebieten ungefähr 30 Millionen Menschen zählt. Ich muss sagen dass einem die Stadt bei Weitem nicht so riesig vorkommt wie auf dem Papier geschrieben. D.F. hat ein perfekt funktionierendes U-Bahn-System sodass man sich schnell durch die gesamte Stadt bewegen kann. Der historische Stadtkern ist einfach unglaublich schön, wunderbar kann man sich dem bunten Treiben hingeben.

Aber was macht nun die Faszination Mexiko aus? Es ist die atemberaubende Kultur der Menschen. Die locker-leichte Art der Menschen, die Ungezwungenheit mit welcher die Leute miteinander umgehen, ihre Weltoffenheit und Interesse für Neues und die meist starke Familienbande, die trotz ihrer Stärke nicht einengend oder aufgezwungen ist, sondern einen fast augenblicklich am Familienleben teilhaben lässt. So sieht man in einem überfüllten Bus einen Müllmann mit einem Manager scherzen, alte Männer mit hübschen jungen Mädchen auf dem Zócalo (Marktplatz, Kirchenvorplatz) zu Bandamusik tanzen, oder man verwickelt sich fast immer in ein Gespräch mit dem lokalen Tacoverkäufer an der Straße. Dieses Land mit all seinen Traditionen uns seiner Ungezwungenheit versetzt in einen stetigen Puls der Freude und Ausgeglichenheit, ein Eintauchen in eine Welt zwischen Moderne und alten Bräuchen, zwischen Spaß und Vernunft.

Wer glaubt in Mexiko dem täglichen Drogenkrieg zu begegnen, der irrt. Man hört viel, es passieren gewiss schlimme Dinge in diesem Land, die Schattenseite sozusagen. Keinen Tag kam ich mir dort unsicher oder in Gefahr vor, weder in touristischen Zentren noch in Stadtrandgebieten. Dieser Krieg spielt sich ausschließlich zwischen Banden, der US-amerikanischen Grenze und zwischen dem Militär und der Mafia ab. Eine üble Mischung aus Tausenden Toten, meist jungen Menschen und korrupten Regierungsbeamten die in ihre eigene Tasche wirtschaften oder schlichtweg keinen Rückhalt haben, da die Leiter der Korruption weiter hinaufführt.

An dieser Stelle möchte ich wieder auf unsere eklatant schlechte westliche Berichterstattung hinweisen. Wie schon in Arabien so könnte ich mich auch hier wieder in min. zwei Artikeln über die Presse aufregen. Unrecherchiert und fern jeder Realität wird von öffentlichem Krieg, haufenweise Schießereien, Morgen und Vergewaltigungen berichtet, so als ob man täglich abgeschlagene Köpfe auf der Straße vorfinden würde. Als Tourist hat man praktisch nichts zu befürchten, sogar die Diebstahlgefahr schätze ich in Mexiko im Gegensatz zu Mittelamerika gering ein. Wer sich nicht im Norden des Landes in suburbanen Gegenden oder Ländlichen, schwer zugänglichen Regionen aufhält, was man als Tourist wohl eher kaum tun wir, wird absolut gar nichts von der Drogenproblematik zu sehen oder zu spüren bekommen. Die Wahrscheinlichkeit in eine Schießerei zu geraten schätze ich in L.A. 10x höher ein als in Mexiko City.

Kommen wir zum zweiten Juwel dieses Landes, ihre Landschaft. Ob Schnee und 4000m Vulkanberge, ob Wüste, Pazifikküste mit Wellen, Dschungel oder ruhige und traumhafte Karibikküste kombiniert mit alten Spanischen Kolonialstäten, Mexiko hat alles zu bieten, was das Herz begehrt. Gut erhalten Städte wie Guanajato oder Puebla im zentralen Hochland sowie San Christobal de las Casas im Süden des Landes verleiten einen genauso zum Dahinschmelzen wie die Mayaruinen in Monte Albán oder Palenque. Da Yukatan das weltweit größte zusammenhängende Höhlensystem des Planeten aufweist finden sich an zahlreichen Stellen entlang der Karibikküste Cenoten, mit azurblauem Wasser gefüllte Höhlen, die man zum Schwimmen oder Tauchen nutzen kann.

Sehr empfehlenswert ist ein Abstecher zu einer der alten Silberminenstädte Mexikos. Ich habe sowohl Zacatecas im Norden am Rande der Sierra Madre Occidental als auch Taxco besucht, welches sich malerisch mit historischem Stadtzentrum den Berg hochwindet. Taxco hat zeitweise unter spanischer Kontrolle für fast 30% der Weltsilberförderung herhalten müssen. Seit einigen Jahrzehnten wird wieder weitergefördert und es gibt zahlreiche kleine traditionelle Schmieden, die für günstiges Geld schöne Silberprodukte herstellen, die Damen wirds freuen. Unbedingt empfehlenswert ist auch ein Abstecher in Mexikos Norden, den ich leider selbst nicht so richtig hinbekommen habe, dort kann man den Touristenströmen vollends entgehen und man bekommt noch mehr pure ungefärbte Kultur ab. Man munkelt dort soll es auch Mexikos schönste Damen geben, die ohnehin schon sehr schön sind *hahaha*

Südlich an Mexiko grenzt Guatemala, welches im Vergleich zu Mexiko sehr klein ist, aber so einige kulturelle Schmankerl aufzuweisen hat. Wir hatten damals nur 5 Tage Zeit für Guatemala so haben wir nur den Norden des Landes gesehen, ein weiteres Vorankommen nach Süden wurde durch einen Erdrutsch und die damit verbundene Zerstörung der Hauptstraße nach Antigua vereitelt, sodass wir nur nach Flores, einem kleinen Touristennest nahe Tíkal, und an den Rio Dulce gefahren sind. Tíkal war uns zu teuer, zudem hatten wir schon die beeindruckenden Ruinen in Palenque gesehen, nahe Rio Dulce gibt es einen Ort mit dem epischen Namen El Paraiso, einem kleinen Wasserfall, der oben heiß ist und nach dem Abfall über 5m unten angenehm frisch ist, ein schönes Erlebnis mitten im Dschungel ohne lästige Touristen. Dort haben wir dann auch gleich die Tramptauglichkeit Guatemalas bei Nacht ausprobiert, was aber aufgrund der Sicherheitslage eher nicht empfehlenswert ist. Als wir den Wasserfall bei Nacht wieder runter gestiegen sind, sind wir an heißen kleinen Höhlen vorbeigekommen, in denen sich Fledermäuse eingenistet hatten. Man konnte kaum passieren, weil die Tiere mit irrsinniger Geschwindigkeit aus den Höhlen herausschossen, wie gut, dass die Viecher mit Ultraschall orten, kommt offensichtlich auch gut hin, ich hab nicht eine an den Kopf bekommen, sehr geniale Sache so ein Art Sonar im Hirn. Beim Zurückfahren bei Nacht wurde sie gesamte Ebene bis hinunter zum Rio Dulce durch das Licht von Millionen Glühwürmchen erleuchtet, ich habe so was noch nie in dem Ausmaß gesehen, wunder schön, fast wie im Märchen.

Nach Guatemala gings mit dem Watertaxi nach Punta Gorda in Belize. Belize ist glaube ich das lächerlichste Land, das ich je bereist habe. Es ist einfach zum schießen wie dir Bob Marley-Typen bekifft entgegenkommen und in einer Englisch-spanisch-Mischung auf dich einreden, gemischt wird das Ganze mit pensionierten Amerikanern die sich in Belize sehr gerne niederlassen, da man ja kein Spanisch sprechen muss. Wir sind die gesamte Strecke getrampt außer den 2 Wasserdurchquerungen. Von Independencia, einem der abgefucktesten Orte dieses Landes gings mit dem Hokey-Pokey-Watertaxi nach Placencia an den Strand. Nach 3 Tagen war uns klar, dass wir hier nicht so lange bleiben wollen, und haben uns dann durch verschiedene Amerikaner und Guatemalteken bis nach Mexiko mitnehmen lassen, ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich nur empfehlen kann. Man erlebt Dinge, die man sonst nicht sieht, man spricht mit den abgedrehtesten Leuten und man hat jede Menge Spaß. So nun aber die Emotionen auch in Bildern …

Bild 1: Heroica Puebla de Zaragoza – Puebla – Mexico

Bild 2: Heroica Puebla de Zaragoza – Puebla – Mexico

Bild 3: Heroica Puebla de Zaragoza – Puebla – Mexico

Bild 4: El Paraiso – Rio Dulce – Guatemala

Bild 5: Taxco de Alarcón – Guerrero – Mexico

Bild 6: Gran Cenote – Tulum – Mexico

Bild 7: Caribbean Sea – Tulum – Mexico

Bild 8: Plaza Independenica – Zacatecas – Mexico

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  1. M says:

    Me encanta cómo hablas de mi país, de una forma que la mayoría de la gente de aquí no lo hace. Pues, desgraciadamente no es tan apreciado el paraíso en el que nos ha tocado vivir.
    Por eso gracias y sobre todo por compartirlo :)

    • Fabian says:

      de nada. sé que hay no “el paraiso” en el mundo, pero hay algunas plazas que son muy hermosa y unica. el estancia en Guatemala y México me gusto mucho y el tipo de vivir allí.

      so siento por mi espaniol horrible…

  2. Mutti Pitzer says:

    Die Schönheit der Silberschmiedearbeiten aus Taxco kann ich nur bestätigen
    ( vielen Dank !!!!!! ) .
    Die wunderschönen Bilder machen wieder so richtig Lust auf eine Mexikoreise !
    In Guatemala scheint es aber auch sehr nett zu sein !

  3. Moemoe says:

    Hi,

    mit welcher Fotoausrüstung warst du denn auf deiner Weltreise unterwegs?

    Warst du alleine auf Tour oder in einer Gruppe/mit Partner?

    Viele Grüße
    Moemoe

    • Hi Moemoe,

      ich war alleine auf Reisen, habe aber ab und an einen Reisepartner gehabt, je nachdem was sich halt ergibt.
      Ausrüstung: DSLR, Stativ, ND Grad-Filter, Weitwinkel-, 85mm Festbrennweite, Laptop, DVD-Brenner

      LG
      Fabian

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