Folge 4. Werbefotografie. Aufgabe – eine Präventionskampagne für gefährdete Jugendliche für die Organisation UNAFAM herzustellen. Sprich Plakate.
Ein Heimspiel für Toscani.
Ich habe bei dem letzten Artikel mit weitestgehend zurückgehalten, was die eigene Meinung anging, das war eine unterschwellige Entscheidung. Eine Entscheidung über, die ich mir noch nicht ganz 100% klar war. Nun ist sie es. Meiner Meinung nach gibt es Dinge, die einfach falsch an der Konzeption der Sendung sind und es gibt Sachen, die ich einfach nicht nachvollziehen kann oder will?
Zum einen ist die Sendung mit knapp 43 Minuten deutlich zu knapp angelegt, um dem Medium und den Weisheiten von Toscani und den anderen Charakteren gerecht zu werden. Zum anderen führt dieser Zeitrahmen zu den sehr engen Zeitfenstern für die Aufgaben. Diesmal waren es 2 Stunden für eine gesamte Kampagne. Klar ist das machbar, aber in den Details sind teilweise doch viele Fehler zu sehen. Suchart bemerkte u.a. an einer Stelle, dass es wie Marmelade aussieht, auf dem Foto aussieht und nicht wie Blut. Aja, was will man erwarten, wenn dafür keine Zeit ist, was Gescheites aufzutreiben. Dementsprechend fallen teilweise die Fotos auch aus. Einige kann ich nicht gutheißen. Das Licht stimmt für mich bei vielen Arbeiten nicht – (das Licht) ist zu einfach, zu willkürlich gesetzt bzw. verwendet.
Die Ergebnisse haben mich bis dato nicht vom Hocker gehauen, große konzeptionelle Arbeiten habe ich auch noch nicht gesehen – sicherlich auch schwierig bei den kleinen Zeitfenstern. Darüber hinaus merkte Christian, der nach Folge zwei ausstieg, bei Twitter an, dass der Schnitt des BBC-France Teams schon einige Sachen deutlich verändern würde. Einschätzen kann ich das nicht – vorstellbar ist es aber durchaus. Wenn man die Behind the Scenes Videos, die ich hier auch geposted habe anschaut, so findet man teilweise doppelte Einstellungen, Besprechungen und andere Interviewfetzen. So mein Eindruck zumindest.
Irgendwie ist es schade. Das Format hat eigentlich dank Toscani und der Idee eine gute Chance – die hat es für mich aber doch weitestgehend durch die zeitlichen Limitierungen und die für mich inzwischen durch (teilweise handwerkliche oder gestalterische) Fehler der Schüler verloren. Sie sollen zwar lernen, aber ich habe den Eindruck, als wenn Sie gar nicht auf den Level sind, wo Sie richtig etwas von Toscani lernen können. Klar es wird ihnen helfen, genauso wie fast jede Zeile die Toscani spricht wie Weihwasser für einen Amateur sein dürfte, dennoch denke ich, dass eine andere Kandidatenauswahl mehr erbracht hätte. Mir fehlt z. B. der Bandbreite halber ein ganz sauberer und guter Stilllifer.
Trotz alle dem werde ich mir heute Abend die letzte Sendung auch ansehen und etwas dazu schreiben, denn die Sendung ist auf jeden Fall wegen der wahren Worte von Toscani einen Blick wert, wenn nicht sogar 3-4.
Hier noch ein Behind the Scenes mit Interviews:
(Quelle: photoforlife.arte.tv)


Was die knappe Sendezeit der “Serie” anbelangt so teile ich deine Meinung voll und ganz! Du verbindest aber diese Zeit mit der Zeit, die die Kandidaten für ihre Aufgaben haben – Ich seh das ganze etwas differenzierter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Zeit, die die Probanden für ihre Projekte erhalten an der Sendezeit orientiert. Für mich sind – ich nenn’s mal – Workshop und “Serie” zwei unterschiedliche Dinge. Da bekommen junge Fotografen die Gelegenheit einen einwöchigen Workshop bei einer Fotografie-Legende zu absolvieren… und reinzufällig wird dieser Workshop dann noch gefilmt und ausgestrahlt. Was dann von diesem Workshop letztendlich für uns Zuschauer zusehen ist obliegt der Regie und dem Schnitt. Daher kann man der Sendung schlimmstenfalls einen miesen Schnitt vorwerfen… Was die Auswahl der Probanden betrifft, so maße ich mir nicht an Ansprüche an diese Auswahl zu stellen. Auch hier sollte zwischen “Workshop” und “Serie” differenziert werden. Die Anforderung einen bereits ausgewiesenen Profi aus möglichst jeder Sparte zum Kandidat zu machen halte ich für zu künstlich und war auch sicherlich nicht Absicht der Macher von “Photo For Life”. Meiner Ansicht nach ging es vielmehr darum zu zeigen, in welchen Bereichen Toscani junge Fotografen weiterbringen kann und darum sowohl den Kandidaten als auch den Zuschauern seine doch sehr spezielle Denk- und Herangehensweise näher zu bringen.
Eine direkte Verknüpfung zwischen Sendezeit und Aufgabenzeit ist sicherlich nicht vorhanden. Nichts desto trotz hängen diese beiden Aspekte schon zusammen. Denn wenn quasi keine Konzeptionszeit vorher da ist, dann ergibt sich auch kein Material das man dann ausstrahlen kann.
Serie oder Workshop.
Ich denke es liegt irgendwo dazwischen. Es möchte einerseits schon durch den Begriff “Masterclass” etwas ausdrücken, andererseits fehlen stark forcierte Workshopelemente – oder sie werden nur Bruchstückhaft gezeigt. Für eine Ganze Serie fehlen natürlich auch gewisse Dinge. Zweifelsohne.
Ich finde einfach es hätte dem Konzept gut getan jemanden dabei zu haben, der vielleicht nicht “primär” Menschen fotografiert. Denn eigentlich sind alle 5 bzw. 6 Personen in der Show dort angesiedelt. Empfinde ich einfach ein Schritt weit als “verpasste Chance”.
Danke für deine Meinung