Geht nicht – geht nicht.
Nach dem bereits bekannten Intro, welches Toscani noch einmal kurz vorstellt, folgte im direkten Anschluss eine Zusammenfassung der letzten Folge und ein kurzer Blick auf die einzelnen Charaktere.
Soweit so gut.
Dieses Mal ging es sehr fix zur Sache. Ein kurzer Theoriehappen mit der Analyse von August Sanders Bildern, die mir auch bekannt waren, waren ein passender Appetizer für das folgende Thema. Wobei Herr Sanders sicherlich auch ein harscher Hinweis auf die Unachtsamkeit im Detail in der ersten Folge waren. Ich denke nicht das Es nur um den Satz ging “jedes Porträt ist ein Selbstporträt”, sondern eben auch eine große Liebe zum Detail, die Herr Sanders nämlich in Perfektion zeigt.
(Bild: August Sander) Typisches Bild mit großer Detailverliebtheit von August Sanders.
Aufgabe heute:
Reportagefotografie. Besondere Berufe in Paris begleiten und fotografisch festhalten. … ach so – das Ganze mit der Chance in VIEW veröffentlicht zu werden, der kleinen Tochter des Sterns. Vorher gab es noch eine kurze Einordnung von Hans-Peter Junker, wie VIEW sich die Kommunikation mit dem Leser vorstellt. Nämlich über Fotografien.
Dann gab es noch einen elementaren Tipp von Toscani mit auf den Weg:
Minimum 3 Fotos – Porträt des Menschen, die Person in seinem Arbeitsumfeld und seine Tätigkeit – “in drei Bildern muss man verstehen, was er tut”.
Herr Junker, der Chefredakteur von VIEW bittet dann um 6 Bilder – Porträt, Arbeitsort, Tätigkeit, Beziehung zum Kunden, Werkzeuge und das Ergebnis seiner Arbeit.
Ziemlich detaillierte und genaue Tipps mit klaren Vorstellungen. Soweit so gut … oder auch nicht?
Die Berufe waren folgende:
- Bäcker vom Élysée-Palast
- Uhrmacher des Rathauses
- Maskenbildnerin des Wachsfigurenkabinetts
- Chocolatier
- Einzige Barbierin von Paris
- Einen entefahrenden Stadtführer
Hätte man deutlich schlimmer treffen können aus meiner Sicht.
Dann geht das Gewerkel unter Zeitdruck – wieder 1 Stunde Zeit, nachdem man vor Ort ist – los. Was dann passiert, ließ mich teilweise doch unruhig auf dem Sitz hin- und herrutschen. Meist wenig Bemühung direkt etwas umzusetzen, dazu dann noch Gemecker über das Wetter und andere Gegebenheiten. Der andere fand seinen “Job” nicht “spannend”.
Naja. Die Truppe setze dann ihre Arbeiten um, einer der Gruppe, Christian, war in jeder Szene am Fluchen über das vorhandene bzw. nicht vorhandene Equipment. Geht nicht – geht nicht!
Alle waren anschließend wieder unter Zeitdruck dabei die Bilder zu bearbeiten und zu printen. Die Coline hatte am Ende keine Fotos. Ihre Speicherkarte war kaputt gegangen oder sonst was. Selbst die technische Hilfe des Produktionsteams konnte nichts mehr retten. Ärgerlich ohne Frage – passieren darf das dennoch nicht. Geht nicht – geht nicht!
Bei der Nachbesprechung gab es dann einige Kritik, besonders weil eigentlich keine einzige Arbeit eine klassische Fotoreportage war. Suchart schaffte es zeitlich nicht die 6 Bilder zu drucken und stand letztlich mit 4 da … puh.
Sima hat tatsächlich wohl die beste Arbeit gemacht, hatte aber mit der Maskenbildnerin auch ein recht dankbares Los gezogen. Aber so ist das ja im Leben. Doch dort gab es auch einen Konflikt. Sie fotografierte einige Dinge, die zuvor verboten worden waren, weil Sie noch nicht veröffentlicht werden sollen. Toscani bestärkte Sie auf nachfrage daraufhin Herrn Junker die Bilder vorzulegen. Dieser fand Sie toll, äußerte aber natürlich sogleich das es schon etwas merkwürdig ist solche Bilder vorzulegen, wenn er die Bilder nicht veröffentlichen darf!
Ach so ja – da war ja noch was. Christian packte seine Koffer und ging. Es war positiv zu sehen, dass Arte bzw. das Produktionsteam nicht darauf total angesprungen sind und es nicht als “Schlammschlacht” oder Ähnliches ausgeweitet haben. Der Satz von Toscani “Alles was man sehen kann, kann man auch fotografieren.” gab ihm vermutlich den Rest. Obwohl er ohne Einwände stimmt. Die Entscheidung kann ich aber dennoch nicht nachvollziehen.
Morgen geht weiter – mit Fashionfotografie! Ach so – Simas Bilder wurden (natürlich ohne die die verboten worden waren) veröffentlicht.
Ein Blick hinter die Kulissen:
(Quelle: photoforlife.arte.tv)
Interessant dabei ist, dass es wohl tatsächlich versucht wird, gar nicht eingegriffen – was nur bedingt funktioniert wie sich am Ende des Ausschnitts zeigt
. Allerdings empfinde ich die Sendung dennoch nicht so “gestaged” wie die Ganzen anderen Castingshows die sich da im Fernsehen tummeln.
Nach der Folge gab es dann noch ein Interessantes Kurzgespräch bei Twitter mit @Nachtkauz, welches ich euch nicht vorenthalten möchte.
Wie seht ihr das?



