Nachdem ich gut 1,5 Monate in Südostasien vornehmlich im Dschungel von Laos und Nordthailand verbracht hatte, brauchte ich Abwechslung. Spontan holte ich mir ein Visum für China und buchte einen Flug nach Taiwan, um mehr Neues zu entdecken. Ich bereue diese Entscheidung in keinster Weise, ich denke ich verbrachte hier nach dem Mittleren Osten die schönste Zeit meiner Reise, traf die nettesten Leute und erhaschte die unbeschreiblichsten Eindrücke. Sowohl landschaftlich wie auch kulinarisch hat China sehr viel zu bieten, und man findet dies auch nur dort und nirgendwo anders. Ich habe Speisen gegessen, dessen Namen ich noch nie gehört habe, und bei manchen Dingen möchte ich im Nachhinein auch gar nicht wissen, was es war – wie auch immer, es war exzellent, ein Paradies für den Gaumen!
Fotografisch machen es einem beide Länder recht leicht. Das öffentliche Verkehrssystem funktioniert tadellos und ist recht günstig, Service wird in beiden Ländern groß geschrieben und man fühlt sich eigentlich immer wohl. In Süd-Yunnan verbrachte ich 2 Nächte in einem Hotel, dessen Besitzer selbst Fotograf ist und einen für lau in seinem Privatauto mitnahm, um zu den schönsten Spots zu gelangen – ein großer Vorteil.
Ich möchte auch nicht die grenzenlose Gastfreundschaft der chinesischen Kultur unerwähnt lassen. Schon in Arabien war ich überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Menschen, China wie auch Taiwan toppen das noch mal. Ich reiste über die Hälfte meiner Zeit mit Einheimischen, es war mir überaus peinlich praktisch alles bezahlt zu bekommen. Man hat auch keine Chance sich dagegen zu wehren, es ist dort einfach selbstverständlich, dass der Gast (also Tourist) nicht zahlt. So aß ich die köstlichsten Speisen, logierte in sehr guten Hotels für sehr wenig Geld, welche man ohne Einheimische durch keinen Reiseführer finden würde. Ich fühlte mich in beiden Länder rundum wohl und werde garantiert wieder zurückkehren. Man kann in China in ein beliebiges Hotel gehen, es ist zu 99% gut, sehr impressiv zu sehen.
China & Taiwan – Unterschiedlicher könnte man die Überschrift Nacht verfassen, endlos erscheint der Territorialstreit zwischen diesen Ländern. Und beide sind anders aber doch auch wieder sehr ähnlich. Taiwan von der Militärdiktatur zu Demokratie mit einer der liberalsten Marktwirtschaften auf diesem Planeten vs. China, einem Pseudokommunismus der sich zweigleisig in einen immer noch starken Staat mit Turbokapitalismus ergießt. 90% der Taiwanesen sind letztlich Flüchtlinge aus der Fujian Provinz in China, nachdem Maos rote Horden China überrannten. Die Traditionen sind also ähnlich, man hat eine gemeinsame Kultur, jedoch haben beide Länder immer noch massive Probleme miteinander umzugehen, sich auf Augenhöhe anzuerkennen oder sonst in irgendeiner weise eine Einigung zu finden. Für mich ist das allein deshalb schon schade, da ich Freunde in beinen Ländern gefunden habe und beide Seiten auf gewisse weise verstehe – auch wenn ich klar sage dass die internationale Gemeinschaft Taiwan als souveräner Staat anerkennen sollte. Nicht mal Deutschland erkennt Taiwan als eigenen Staat an. Die Taiwanesen leben sozusagen seit über 50 Jahren im “nirgendwo”, ein komisches Gefühl.
Nach all dem Politischen nun etwas zur Landschaft, in der ich war. In China überquerte ich die Grenze bei Boten und meine erste Station war Yuangyang ganz im Süden nahe der vietnamesischen Grenze. Diese Region ist für seine sehr hübschen Reisterrassen bekannt die je nach Jahreszeit und Lichtstimmung in allen möglichen Farben schillern. Leider war ich zur falschen Jahreszeit da, aber nette Reflexionen (Bild unten) lassen sich bei Sonnenuntergang immer einfangen. Nach Yuangyang gings über Dalí nach Lijiang, einer sehr alten Stadt Richtung Tibet. Die Stadt liegt am Fuße des 5596 m hohen Jadedrachen-Schneeberges (扇子陡) und bezaubert durch alte und sehr schön restaurierte bzw. wiedererrichtete Gebäude. Von dort aus gings in einer Tagestour in die Tigersprungschlucht (虎跳峡), ein einmaliges Erlebnis, da der Weg 900m hochgeht, die Schlucht ca. 700m unter einem verläuft und der gigantische 5500m hohe Bergkamm auf der anderen Seite alles überragt – ein WOW Erlebnis sondergleichen!
Nach Yunnan Provinz gings über Guilin nach Yangshou, beide Städte liegen malerisch zwischen Karstfelsen durchzogen von Flüssen – fotografisch eine Augenweide, noch dazu wird einem der Aufenthalt durch die angenehme Mentalität der Menschen versüßt. Von Shenzen aus flog ich nach Taipe, meine erste Station auf Taiwan war Yeliu und dann südöstlich nach Hualien, wo ich 3 Tage verbrachte und sehr viel über Kultur und Lifestyle in Taiwan lernte. Um fotografisch auf mein Kosten zu kommen, flog ich nach Green Island, einer kleinen Insel im Pazifik. Azurblaues Wasser trifft auf Korallen mit buten Fischen. Dreht man sich um, blickt man auf dschungelverhangene Hügel – sehr schön, kaum touristisch (zu mindest keine Westtouris) und ein Schnorchelparadies.
Danach verbrachte ich noch ein paar Tage in Taichung – das mit einem ausgezeichneten Fine Arts Museum aufwarten kann und in Taipeh, wo ich es nicht geschafft habe ein Bild vom 101 zu machen, da das Wetter leider nicht mitspielten. But anyway I’ll come back for sure!
Nach 15 wunderbaren Tagen in Taiwan gings per Flieger nach V… ups fast verraten
















wow, freut mich, daß es dir in China und Taiwan so gut gefallen hat.
Die Begeisterung sieht man auch in deinen Bildern. Sehr schön !!!
mensch, da hast dus sogar nach yangshou geschafft
ist aber auch schön da. haste ein bild von dem stück fluss vom yuan-schein gemacht?
hi tina,
ne die schleife hab ich mir auf grund er kosten nicht gegeben. fand ich irgendwie abartig so viel dafür zu blechen. zudem hätt ich in dem dorf um die ecke übernachten müssen und die schleife wäre immernoch 5km weg gewesen. alles nicht das wahre wenn die sonne um 5.30h aufgeht