So Leute, weiter gehts… Nach den sandigen Oasen, welche teilweise schon arg kalt waren, ging es ins warme Luxor. Man sollte meinen, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein, doch weit gefehlt, Luxor ist leider genauso abstoßend wie Kairo. Ok, nicht ganz so schlimm, aber kaum begibt man sich auf die Straße wird man auch schon wieder penetrant angequatscht. Dafür wartet die Stadt mit einigen sehenswerten Schmankarln auf. Sehr sehenswert ist der Tempel von Luxor sowie das Tal der Königinnen (Karnak Tempel). Es ist schon erstaunlich mit welcher Präzision und architektonischer Leistung die Ägypter vor über 3000 Jahren solche Steinmonumente gebaut haben. Interessanterweise bekommt das der Ägpyter heute nicht mehr hin, alles blättert von der Wand ab, und das Land scheint den Rekord in an „unfertigen Gebäuden“ zu halten.
Nach Luxor machte ich mich auf den Weg nach Kairo, und zwar mit dem Zug. Auch hier habe ich es mal wieder geschafft für Aufsehen zu sorgen, als mich eine nette, adrette, ägyptische Dame angesprochen hat und wir ins Gespräch gekommen sind. Nach dem üblichen Smaltalk und nach dem Austausch der Kontaktdaten entschloss ich mich dazu auf Grund des Lärms den Platz zu ihrer Rechten einzunehmen. Das wiederum war einem älteren Herrn hinter mir wohl wiederum etwas zu nah, sodass dieser aufstand und mich lauthals auf Arabisch (das ich nicht verstehe) angeschrieh. Ich entfernte mich sicherheitshalber 10m – ein junger Ägypter eilte zur Hilfe und eine Diskussion entbrannte von mir bisher unbekannter Tragweite. Während sich nach einiger Zeit die Diskussion immer weiter zuspitzte, standen immer mehr Leute auf und schrieen sich gegenseitig an. Das ganze Spektakel ging noch 30 min. so weiter, und ich stand mittendrin, abwechselnd von links nach rechts schauend und hoffte einfach nur rauszukommen. Soviel zum Thema arabische Frauen und Gesellschaftliche differenzen… Naja ich habs überlebt, der junge Ägypter zum Glück auch.
In Kairo angekommen merkte man schon, dass Revolutionsstimmung angebrochen war und ich entschied mich klugerweise dazu direkt nachts noch den Bus nach Dahab zu nehmen. Der Ort hat nicht viel zu bieten außer freizügig rumlaufenden Russinnen, jedoch sollte man sich unbedingt eine Schnorchelausrüstung ausleihen. Für mich wars Premiere und ich habe selten in meinem Leben eine so schöne Landschaft gesehen. Wow, was für ein Korallenriff! Wie aus dem Bilderbuch, ein einmaliges Erlebnis!
Ich verließ Ägypten und nahm die Fähre nach Al-Aqaba (Jordanien) auf welcher ich 3 Jungs aus Petra kennenlernte, diese werden später noch eine Rolle spielen. Aqaba ist das Jordanische Gegenstück zu Dahab, ich übernachtete dort nur, da es bereits zu spät war nach Wadi Rum zu reisen. Dies holte ich am nächsten Tag nach. Ich nahm einen ziemlich abgefahrenen Taxifahrer, der mich recht preiswert ins Wadi fuhr und mir zwei Beduinen organisierte. Damit der Trip günstiger wurde kam noch ein sehr nettes russisches Pärchen dazu. Das Wadi Rum erinnert ein bisschen an die Landschaft rund um den Ayers Rock in Australien, die Landschaft ist einfach sagenhaft. Zum Sonnenuntergang gings in ein Zeltcamp mitten in der Wüste, und ich glaube ich habe noch nie so viele Sterne auf einmal in meinem Leben gesehen. Die Milchstraße war deutlich zu sehen, der Himmel explodierte förmlich vor Sternen.
Vom Wadi Rum aus gings per Minibus direkt nach Petra. Vorweg etwas allgemeines zu Petra: Die Menschen dort sind äußerst freundlich, zuvorkommend und einem wird immer geholfen (gilt für ganz Jordanien), aber es ist sehr sehr teuer dort. Der Eintritt in die Felsenstadt kostet für 2 Tage 55JD (~ 55€), wer die Nachtschau sehen will zahlt nochmal 12JD, aber es lohnt sich!
Es ist schon sehr beeindruckend was die Nabataer und später die Römer im 3 Jh. nach Chr. So in den Canyon gehauen haben. Riesige Tempel und Gräber, Opferstätte für die Götter und zahlreiche Wohnungen. Petra war damals eine riesige Stadt mitten in einem Sandsteincanyon gehauen. Ein Muss einer jeden Jordanienreise!
Eigentlich wollte ich nach Petra noch einen Tag ans tote Meer, jedoch wurde ich von einer Gruppe ERASMUS Studenten versetzt (verlasst euch nie auf ERASMUS Studenten!!), sodass ich nur nach nach Amman und von dort aus direkt ein Taxi nach Damaskus nehmen konnte.
Damaskus, eine der ältesten Stadte der Welt, und in meinen Augen auch eine der schönsten. Nicht weil es irgendwelche Monuente etc. dort zu sehen gibt, sondern weil dort ein flair in der Altstadt herrscht, das einen zum Wohlfühlen geradezu einläd. Wie sonst nirgens in der Welt schafft Syrien es erfolgreich, dass Muslime, Christen und sogar Juden friedlich und in Harmonie nebeneinander Wohnen. Ich genoss die Stimmung dort so, dass ich vier Tage in der Stadt verbrachte und keinen Tag missen möchte, zudem bin ich mal wieder mit dem rechten Fuß umgeknickt sodass Wanderungen ohnehin flach fielen. Für einen Tagesausflug nach Bosra hat es aber gereicht. Das Theater dort sollte man unbedingt Besuchen, es lohnt sich.
Es wurde mal wieder Zeit für… die Wüste! Ich liebe sie, und ich kann nicht genug davon bekommen, deshalb gings nach Palmyra oder auch Tadmoor genannt. Eine versunkene römische Handelsstadt in einer Oase gelegen, in der man den lieben langen Tag umherlaufen kann, und immer wieder gute Fotomotive findet. Lustigerweise traf ich dort eine Koreanerin wieder, die schon im gleichen Hotel in Damaskus war. Palmyra ist ein magischer Ort, vor allem, wenn man direkt nach Sonnenaufgang einsam durch die Ruinen schlendert.
Von Palmyra aus gings nach Hama, einer kleinen verschlafen Stadt mitten im Herzen Syriens. Leider hat der alte Präsident die Statt 1982 bombardieren lassen, weil die Muslimbruderschaft einen Aufstand geprobt hat, wodurch der größte Teil der Altstadt sowie die alten Historischen Wasserräder zerstört wurden. Hama ist vielmehr ein guter Ausgangspunkt für Touren zu Krak des Chevaliers, Apameia und den Toten Städten. Zudem ist Aleppo nicht weit. Die alte Kreuzritterburg (Krak) fand ich jetzt nicht so beeindruckend, mag daran liegen, dass es in Deutschland einfach genug Burgruinen gibt.
Aleppo hingegen ist äußerst sehenswert, und ich muss gestehen, dass ich mich etwas in die Stadt verliebt habe. Sie strahlt eine Wärme und ein Flair aus, welche man sonst in fast keiner anderen Stadt spürt. Auch hier gibt es kaum charakteristische Monumente (außer der Zitadelle), aber die Stadt wartet mit einer riesigen, sehr alten Altstadt auf, die sich in unendlichen Gassen verliert. Ein Hochgenuss zum Flanieren.
Heute gings dann zurück nach Damskus, um morgen in aller Frühe den Flieger von Amman (Jordanien) aus via Beirut nach Mu….. äh… das werdet ihr in der nächsten Folge lesen können.
Bild 1: Karnaktempel Luxor – Das Licht dort ist einfach herrlich, vor allem am Morgen.
Bild 2: Wadi Rum, traumhafte Wüstenlandschaft, welche duch steil abfallende Felsen durchbrochen wird.
Bild 3: Monestery Trail Petra: Ein Sturm zieht über dem Kloster auf.
Bild 4: Petra bei Nacht – In Kerzenlicht gemauchte Canyonlandschaft musikalisch durch Beduinenmusik untermalt
Bild 5: Römisches Theater Bosra – Syrien
Bild 6: Morgenlicht über dem magischen Palmyra, lässt den Ort noch ehrwürdiger erscheinen
Bild 7: Clocktower – Aleppos schöne Altstadt zieht sofort in den Bann










habe mal gehört jegliches geplänkel zwischen mann und frau wird dort ziemlich arg aufgefasst, auch wenns nur händchenhalten ist. muss echt lustig gewesen sein in dem zug. :-S zum glück bist du ja nochmal davongekommen.
die bilder sind übrigens super die du gemacht hast. vermitteln einen tollen eindruck!
Das sind echt wunderschöne Fotos. Inbesondere das Wüstenbild mit dem aufziehenden Gewitter gefällt mir sehr gut. Ansonsten bin ich auch ehr ein Architekturfan und immer wieder von den alten bauwerken mehr als beeindruckt – insbesondere von ihrer immensen Größe. Daher würd ich mir manchmal schon einen Menschen als Größenvergleich in den Bildern wünschen – das bringt aus meiner Sicht die majestätische Größe erst richtig zum Vorschein.
Ach Fabian, so sehr ich mir wünschen würde, selber so eine Reise mal zu bestreiten, so sehr schreckt es mich ab, was du teils erlebst. Umso beeindruckender finde ich den Mut und deine Fotos.
Wenn ich in deinen blog sehe, denke ich immer ich schau ein Geoheft an! Die Photos sind wirklich ganz toll. Man reist irgendwie auch mit!
Danke Mutti, da musst du erstmal mit der ZEIT vorlieb nehmen
GEO ist dann nochmal ne ganz andere Nummer!