Around The World – Ägypten Kapitel I: Kairo & Oasen

January 25, 2011
Fabian Pitzer

Hallo liebe Leute,

endlich habe ich es geschafft das trübe Deutschland zu verlassen, und meine heiß ersehnte Weltreise zu starten. Nun bin ich schon seit gut 10 Tagen in Ägypten unterwegs und habe mittlerweile ein paar bescheidene Bilder zusammen, die ich euch endlich, nachdem ich eine halbwegs vernünftige Verbindung habe, präsentieren kann. Wer mein Gefasel nicht lesen möchte, dem steht es natürlich frei, die Bilder in der Galerie zu betrachten (HIER).

Bevor ich euch weiter mit Nebensächlichkeiten langweile fange ich auch schon direkt an… Ägypten… was kann ich nach 10 Tagen über dieses Land sagen: Es läuft nichts rund, es ist hauptsächlich dreckig und die meisten Leute sind aufdringlich, oberflächlich und versuchen einen permanent zu bescheißen. Das ist der erste Eindruck, wen man schon am Flughafen von diesem Land gewinnt. Nun, warum bereise ich dann dieses Land? Weil es eine andere Seite gibt, die man allerdings erst suchen muss. Verwüstet vom Massentourismus, wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass die Leute so ticken, wie sie entlang des Niltals eben ticken. Ich habe selten eine so unfreundliche Stadt wie Kairo kennengelernt und mein erster Gedanke war: Du musst hier so schnell wie möglich wieder raus! Leider hat die Stadt nicht allzu viel zu bieten. Ich persönlich finde das leider etwas lieblos gestaltete ägyptische Museum und die Stadt der Toten für die beiden Highlights in Kairo. In kaum einem anderen Museum gibt es derart viel aufkomprimiertem Raum zu sehen. Würde man alle Schilder lesen, bräuchte man 9 Monate dazu (so lokale Quellen).

 

Die Stadt der Toten, Qarafa, ist ein circa 6,4 Kilometer langer Friedhof am Ostrand Kairos, der sich in einen nördlichen und südlichen Bereich aufteilt. Dort leben noch heute etwa 300.000 Menschen, die aus überfüllten Slums in Kairo vertrieben wurden. Ein sehr beeindruckender fast verlassener Ort, an dem man kaum einem Touristen begegnet. Die Leute sind sehr sehr arm, aber mit ein paar Brocken Arabisch gewinnt man schnell so manches Herz …

Nach dem chaotischen Kairo habe ich mich mit einem älteren kanadischen Pärchen zusammengetan und wir sind zusammen in die Lybische Wüste zur Oase Bahariya gereist. Unterwegs rammte unser Bus ein Taxi, man diskutierte kurz 30 sek über den Vorfall und dann fuhr der Bus einfach weiter. Das ist sozusagen der ägyptische Weg der Unfallaufnahme … Nach 5h erreicht man die Oase und verlässt den Bus in dem kleinen Ort Bawiti, in dem man auch schon freudlichst von lokalen Touragenten umringt wird. Am besten man macht sich schon in Kairo kundig, wo man genau unterkommen möchte und bei welchem Beduinen man seine Tour in die Wüste buchen möchte. Wir haben uns von einem netten jungen Mann namens Reeda breitschlagen lassen und buchten einen 3 Tagetrip durch die Schwarze- und Weiße Wüste inklusive zweier Nächt unter freiem Himmel.

Ich würde behaupten ein Trip durch die Wüste, ist mit das Beste, was man in Ägypten machen kann. Die Stille und die Einsamkeit sind einmalig, hat man erfahrene Guides dabei bekommt man sehr sehr viele beeindruckende Landschaften und Kalkformationen zu sehen. Einst war diese Wüste ein Meer, bis der Meeresspiegel immer weiter sank und letztendlich die darin schwimmenden Meerestiere in Kalkstein verwandelten. Die Schwarze Wüste hingegen ist vulkanischen Ursprungs, geronnene Lavabrocken sind überall zu finden und nehmen teils sehr bizarre Formen an, Selbes gilt in besonderem Maße für die Kalksteinformationen. Glücklicherweise hatten wir zwei Vollmondnächte, in denen diese Formationen geradezu surreal aussahen. Zu jedem Camp gehört selbstverständlich der obligatorische Schaji (Schwarztee mit Zucker) und eine ordentliche Shisha. Die zweite Nacht verbrachten wir zusammen mit einer anderen kleinen Gruppe (ein taiwanesisches Pärchen und ein französischer Archäologe), mit Letzterem reisten wir weiter nach Süden, um letztlich nach Dakhla zu gelangen, der südlichsten der großen Oasen. Die Beduinen waren so freundlich uns nach Farafra, der am weitesten westlich gelegenen Oasen zu fahren. Am Checkpoint kurz den Polizisten mit Bagschisch bestochen und uns im Dorfzentrum rausgelassen wurden wir auch schon von einer Meute Polizisten umringt, die verdutzt festzustellen versuchten, wohin der Jeep, der uns gerade hergebracht hat, abgehauen ist. Für Farafra benötigt man eigentlich eine Sondergenehmigung (die wir natürlich nicht hatten), aber, da die Polizisten auch nicht wussten, was sie mit uns anfangen sollten, ließen sie uns, nachdem unser Archäologe auf Arabisch mit ihnen geredet hatte, weiterziehen… *muhaha* Da wir den Bus nach Dakhla leider schon verpasst hatten tranken wir erst mal einen Schaji im der örtlichen Kneipe. Auf einmal ist man selbst die Attraktion im Ort und es entstand ein kurzes, spontanes Fotoshooting.

Von Farafra gings per angeheuertem Minibus nach Dakhla, in meinen Augen die reizvollste der Oasen. Schon im Altertum (vor ~ 5000 Jahren) war diese Oase bewohnt, und noch heute sind Spuren der Römer und Nubier zu finden. Nahe dem Hauptort Mut, befindet sich eine alte islamische Stadt namens El Qasr aus dem 13-14 Jh. n. Chr. Diesen verlassenen und gut erhaltenen Ort kann man besichtigen, ein einmaliges Erlebnis, zumal die alten Kornmühlen im Originalzustand noch heute funktionieren. Dieser Ort hat etwas Magisches, und ich kann euch nur wärmstens empfehlen dort vorbei zu schauen, wenn ihr in Ägypten seid. Was gibt es in Dakhla noch zu sehen: Einen alten römischen Tempel, der leider nicht allzu beeindruckend ist und die Altstadt von Mut. Wenn man den Kern Ägyptens, die Kultur wirklich kennenlernen möchte, sollte man diesen Ort aufsuchen. Die Leute sind so ziemlich das komplette Gegenteil vom Nildelta. Auch wenn die Menschen bitterarm sind, sind sie stets freundlich, belästigen einen in keinster Weise und würde dir sogar ihr letztes Hemd geben, wenn du sie freundlich darum bitten würdest. An keinem anderen Ort habe ich in kürzester Zeit so dermaßen viele Porträtaufnahmen hinbekommen, und wurde sogar noch danach zu Tee und Brot eingeladen. Nach einer weiteren Nacht in Dakhla trennten sich leider unsere Wege vom Archäologen und wir mussten uns wieder ohne A rabisch durchschlagen. Als nächstes gings ohne Umwege nach … ihr werdet es sehen …

 

Bild 1: 3x wöchentlich wird in einem Gebäude nahe des Khan el-Kalili Marktes der traditionelle Tanz des Derwischs aufgeführt. Eine kostenlose und beeindruckende Show, die einen Abstecher wert ist …

Bild 2: Traditionellers Straßengeschäft in Bawiti. Das Obst ist echt köstlich, sau billig und eine gute Alternative zu den im Öl ertränkten sonstigen Speisen in Ägypten.

Bild 3: Schwarte Wüste zwischen Bahariya und Farafra. Sehr schön zu sehen sind die von Lava besprenkelten Bergkuppen.

Bild 4 + 5: Unser nettes, kleines Lagerfeuer der ersten der ersten Nacht in der Wüste. Im Hintergrund wird der Vollmond leider gerade durch Wolken verdeckt. Immerhin lassen sich noch ein paar Sterne erahnen. An dieser Stelle sei gesagt: Hat es am Tag gute 25°C fallen die Temperaturen nachts auf unter 10°C bei leichtem Wind, also warm anziehen Leute!

Bild 6 + 7: Kalksteinformation in der Weißen Wüste. Surreal ragen sie mitten aus dem Sand heraus und werden über die Jahrtausende immer weiter vom sandigen Wind angefressen.

Bild 8: Vollmond über der Weißen Wüste lässt die Skulpturen in seinem sehr surrealen Licht erscheinen. Wer den Orion am Sternenhimmel findet, der darf ihn behalten ;-)

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  1. Ich beneide dich ja schon um deine Reise – musste ich jetzt mal einfach gestehen :)

  2. glaub mir Calle, nicht nur du …

  3. Fabian says:

    ach kinners, das nächste mal gehen wir zusammen los :-P

  4. Ollil says:

    Diese Reise hat scheinbar richtig Potential, mach was draus!

  5. Fabian says:

    danke für die antworten. ich geb mir mühe was draus zu machen ;-)

  6. Anni says:

    ich find ja das letzte Bild aus der weißen Wüste toll. Sehr Eindrucksvoll!

  7. This is my first time visit at here and i am in fact pleassant to read all at single place.

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