Heute mal wieder etwas Technisches, was uns seitdem die digitale Fotografie überhand gewonnen hat, zumindest untergründig, immer begleitet. Es geht um Dateiformate, um Farbtiefe, Farbkanäle, TrueColor, Bits, Tonwertspreizung und sicherlich auch um Speicherplatz. Also räumen wir erst mal mit den Begrifflichkeiten etwas auf, denn sonst versteht jeder nur den Ort, wo in Stuttgart drum diskutiert wird.
- Bit - die kleinste Informationseinheit im digitalen Zeitalter oder auch im Computer. Ein Bit bedeutet 0 oder 1, also sprichwörtlich ja oder nein, denn vielleicht kennt der Computer auch gar nicht.
- Farbtiefe – beschreibt die Menge der enthaltenen Tonwerte (letztlich zu Farben verrechnet!) in einem Bild, angegeben pro Farbkanal(!)
Beispiel:
1 Bit – weiß oder schwarz (0 oder 1)
2 Bit - weiß, hellgrau, dunkelgrau und schwarz (2ˆ2 (zwei hoch zwei) ; rechnerisch also zwei hoch 2 oder anders ausgedrückt 2 x 2). Es ergeben sich also 4 Tonwerte.
4 Bit – entspricht demnach 2ˆ4 und somit 16 Tonwerten.
6 Bit – also 64 Tonwerten.
8 Bit – sind dann 2ˆ8. Das sind dann insgesamt 256 Tonwerte.
Jetzt solltet ihr stutzen, denn vielleicht habt ihr schon mal in Photoshop o.ä. gelesen oder gesehen das eure JPG’s immer 8 Bit haben und das können ja unmöglich nur 256 Tonwerte sein, denn eure Bilder haben ja viel mehr Farben! Und da habt ihr absolut Recht, denn wie ich oben schrieb wird die Farbtiefe ja pro Farbkanal angeben. Da jede Aufnahme ja ins RGB Farbsystem gepresst wird, ergeben sich daraus drei Farbkanäle, rot, grün und blau – RGB eben.
Daraus ergibt sich dann, dass ein 8 Bit Bild ….
3 Farbkanäle hat und …
256 Tonwerte pro Kanal.
Das heißt nichts anderes als:
256 x 256 x 256 oder auch 256ˆ3 oder für die faulen 2ˆ24. Das wird schon ziemlich schwer im Kopf, selbst wenn man im Kopfrechnen in der Schule ein Ass war. Insgesamt ergeben sich nämlich 16.777.216 Farben. Also rund 16,8 Millionen Farben. Das klingt nach einer Menge und das ist es in der Tat. Das klingt auch super und das ist es auch, aber… (dazu kommen wir später).
- Farbkanäle - tun also nichts anderes als in verschiedenen Tonwerten (schwarz<->weiß Abstufungen!) anzugeben, welche Farbe in rot, grün und blau ausgegeben werden soll. Typischerweise arbeitet man als Fotograf immer mit RGB, selten auch CYMK (Cyan,Yellow,Magenta,Key (schwarz)), aber das würde jetzt zu weit führen. Wer Photoshop hat sollte jetzt mal einen Blick in die sogenannte “Kanäle”-Palette werfen. Dort wird er dann jedes seiner Bilder aufgeschlüsselt in rot, grün und blau sehen, jeweils angegeben in den verschiedenen Tonwertabstufungen, von schwarz zu weiß.
- Tonwertspreizung – klingt schrecklich oder? Ist es aber eigentlich gar nicht. Hierzu möchte ich euch ein kleines Video zeigen, dass euch mal die Tonwertspreizung zeigen soll.
- Dateiformate – ich will jetzt keinen neuen Glaubenskrieg anfangen zwischen JPG und RAW, Fakt ist aber, dass JPG immer, absolut immer mit 8 Bit Farbtiefe (pro Kanal!) aufnimmt. RAW hingegen kann bei den meisten digitalen Kameras 10 Bit und mehr aufnehmen pro Kanal. Teilweise auch 16 Bit…. – Man merke sich also JPG = 8Bit; RAW = mehr!
- TrueColor - beschreibt die Farbtiefe von 8Bit in jeweils drei Kanälen, die dann zusammen für den Menschen als ein natürlicher (Farb)Eindruck wirken. Wesentlich mehr Farben als diese knapp 16,8 Mio. Farben kann das menschliche Auge sowie nicht differenzieren.
Jetzt geht es aber um die Frage: “Wie viel Farbe muss sein?” – denn schließlich hat der Artikel ja den Titel “8 Bit sind gut – aber warum sind 16Bit besser”, also muss da ja noch was mit 16Bit kommen. Ja, ganz richtig, denn 16Bit sind ja…
16Bit; 2ˆ16- das ergibt dann 65536 Tonwerte. Eine ganz andere Zahl als 256. Klingt gut oder? Das ist es auch! Und nun kommt das Ganze ja noch in den drei Farbkanälen jeweils vor…
65536 x 65536 x 65536 oder 65536ˆ3 oder auch 2ˆ48das sind dann also insgesamt 281.474.976.710.656 Farben. Also knapp 281 Billionen, eine andere Hausnummer als 16 Millionen oder?
Nun noch mal zur Frage zurück, “Wie viel Farbe muss sein?”. Klar, die erste Antwort von allen wird sein, so viel wie möglich. Aber warum, wenn das menschliche Auge das doch gar nicht wahrnehmen kann? Das ist doch dann Unfug! Nein, dass ist es nicht, weil man durch 16 Bit sich eine “Farbreserve” schafft, die in der Bildbearbeitung mehr als wertvoll ist. Durch die viel feineren Tonwertabstufungen ergibt sich nämlich, das man bei einer Tonwertkorrektur sehr viel mehr Informationen zur Verfügung hat und das es somit lange nicht so fatal ist, wenn man stark am Weißpunkt oder Schwarzpunkt hantiert. Ebenso ergeben sich bei einigen Effekten Vorteile, weil genug Farbinformationen noch vorhanden sind, auch wenn einige vorher kaputtgerechnet wurden. Grundsätzlich ist also 16 Bit die richtige Wahl, wenn es später noch eine Retusche erfolgen soll. Daraus ergibt sich dann aber auch, dass man bereits in RAW fotografiert haben muss!
In kurz lässt sich sagen, dass…
8 Bit gut ist – 16 Bit aber besser
JPG gut ist – RAW in diesem Punkt aber besser
Quasi 8 Bit und JPG böse, RAW und 16 Bit gut.
Bedenkt aber immer, dass 16 Bit Datein (und RAWs) aufgrund ihrer deutlich höheren Informationsmenge (256 zu 65536 Tonwerte) auch entsprechend größer sind!



Gut und verständlich vermittelt! Top!