Die Blende – genormte Werte und was sie bedeuten

August 29, 2010
Calle Hackenberg

Ich wollte heute mal wieder etwas Technisches einfließen lassen, was ich für relativ wichtig halte, um die eigene Kamera richtig zu benutzen. Um was es geht? Die Überschrift verrät es bereits, es geht um die Blende.
Die Blende ist eine mechanische Vorrichtung in jedem Objektiv, dass mit Hilfe von Metalllamellen die wirksame Öffnung verkleinert. Dieses Einschränken der wirksamen Öffnung hat eine Menge folgen u.a.:


  • verändert sich der Schärfebereich
  • die einfallende Lichtmenge (auf den Sensor oder Film)
  • eliminiert Restfehler des Objektivs


Zu jedem Punkt kurz ein erweiternder Satz:

Durch die Blendenzahl etwa 2,8 oder 16 bestimme ich, welcher Bereich noch scharf abgebildet wird. Grundsätzlich gilt, je höher die Blendenzahl desto größer ist der Bereich, der scharf abgebildet wird. Das heißt, Blende 16 macht einen größeren Bereich eines Bildes scharf – Blende 2,8 hingegen sorgt dafür das nur ein sehr kleiner Bereich scharf ist. Zu beachten ist allerdings, dass das nicht unbedingt im Umkehrschluss heißt, dass immer die kleinste Blendenöffnung (größte Blendenzahl) die schärfsten Bilder erzeugt! Des Weiteren sorgt die kleine Blendenöffnung dazu das man entweder länger belichten muss (Verschlusszeit erhöhen) oder entsprechend die ISO-Zahl anpassen muss.
Ich habe es gerade schon etwas vorweg gegriffen, die Blende reguliert auch die Menge des Lichts, das auf den Sensor oder Film fällt. Eine kleinere Blendenöffnung (große Blendenzahl (!)) lässt weniger Licht durch. Deshalb muss man wenn das Bild korrekt belichtet werden soll die anderen Parameter (Verschlusszeit und ISO) anpassen.
Eine sehr angenehme Eigenschaft der Blende ist es auch noch Restfehler, wie etwa Vignette (Abdunklungen in den Bildecken), durch Abblenden (größere Blendenzahl!) zu minimieren.


Nun aber zum eigentlichen Thema des Artikels, die internationale Blendenreihe. Die lautet wie folgt:

1,0 – 1,4 – 2,0 – 2,8 - 4,0 - 5,6 - 8,0 - 11 - 16 - 22 - 32 - 45 - 64

Was die nun bedeutet? Ganz einfach, jeder Schritt von links nach rechts bedeutet eine HALBIERUNG der LICHTMENGE. Ein Schritt von rechts nach links bedeutet (logischerweise) eine VERDOPPLUNG der LICHTMENGE, die auf den Sensor oder Film fällt. Das sollte man sich versuchen zu merken.
Und die Ganzen anderen Zahlen dazwischen? Das sind solche wunderbaren Erfindungen, wo man versucht hat 1/2 Blendenschritte oder gar 1/3 Blendenschritte einzuführen. Das macht natürlich das errechnen der mehr oder weniger einfallenden Lichtmenge pro Schritt wesentlich unangenehmer.


Zusatzinfo:
Man kann etwa sagen, dass pro ganzen Blendenschritt (internationale Blendenreihe!) sich der Schärfebereich pro Blende 1/3 nach vorne und 2/3 nach hinten ausbreitet.

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  1. Michael Schilling says:

    Eine tolle Einführung zum Thema, Calle!

    Anmerken könnte man noch, dass die optimale Abbildungsleistung erst erreicht wird, wenn die Blende um min. zwei Blendenstufen geschlossen wird. Ein Objektiv mit Anfangsblende von 1.4 erreicht die optimale Abbildungsleistung also erst ab Blende 2.8, ein 2.8er Objektiv ab Blende 5.6 usw.

  2. Damit hast du absolut recht, habe ich vergessen einfließen zu lassen.

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