Einfach mal eine etwas provokante Zeile für den Kopf zu einem Thema, dass uns mehr und mehr betrifft.
Ich bin ein photoshoppender Fotograf und kein fotografierender Photoshopper.
Das musste endlich mal raus, da inzwischen viele Leute zu letzterem geworden sind, auch wenn sie sich noch als Fotograf darstellen. Natürlich verwischen die Grenzen zwischen beidem und beides hat seine Vor- und Nachteile, dennoch möchte ich mich als Fotograf profilieren und nicht als Photoshopper.
Und wie sieht das bei euch aus?



Als Anfänger verfalle ich leider auch immer in dieses Schema. Ich mache mir leider noch viel zu wenig Gedanken um Komposition und Licht und erwische mich immer wieder, wie ich noch aus dem schlecht belichtetsten Bild mit LR und PS irgendetwas rauszuholen versuche. Schlechte Angewohnheit, aber ich arbeite dran.
Ich muss auch selber gestehen, dass ich früher große Probleme damit hatte wirklich ein "ein photoshoppender Fotograf" zu sein und kein "fotografierender Photoshopper". Das fällt einem auch in gewisser weiße immer schwer, wenn man einfach die Mittel zur Hand hat aus schlechten Bildern eine Goldgrube zu machen, im übertragenen Sinne.
Das ist für mich einfach eine gewisse Gefahr von der ich mich fernhalten möchte, so gut es geht – insbesondere in Zeiten wo Leute wie Calvin Hollywood und Co., eben jene "fotografierender Photoshopper", es auf DVD’s, Liveshows und Touren propagieren. Da lobe ich mir eher einen Scott Kelby der wundervoll fotografiert und ein Photoshop die Details tuned!
Diese Aussage kann ich für mich voll unterschreiben, auch wenn Photoshop bzw. allgemein die Bildbearbeitung ein fester Bestandteil der Fotografie ist, versuche ich die Bilder von Anfang an, so aufzunehmen, dass ‘lediglich’ die Stimmung und Bildaussage mit Photoshop nachgearbeitet werden muss/kann.
Man merkt es auch, an den Bildern. Wenn jemand Fotografiert um Material für Photoshop zu haben. Aber genau so merkt man es auch, wenn jemand nur über Fotografie schreibt aber selber nicht Fotografiert.
Und Knipsen oder Schießen hat für mich, nichts mit Fotografieren zu tun. Und was dann dabei rauskommt, kann man sich ja jeden Tag im WWW ansehen!
Nachdem ich berufstechnisch die meiste Zeit am Monitor verbringe, ist es schon deshalb für mich erstrebenswert, eher der Fotograf als der Nachbearbeiter zu sein. Meine Vorgabe lautet nur ein paar Minuten pro Bild (am RAW-Konverter) die Aufnahme zu "verarbeiten".
@Alexander
Was ich mich schon regelmäßig frage ist, ob ich nicht nur schon durch Dynamikumfang steigern, Dodge&Burn etc. zu weit gehe oder mich noch "im Rahmen" bewege
@zoomyboy
Da hast du absolut recht, man merkt eben an den Fotos und wie der Person an die Fotografie heran geht ob er oder sie für Photoshop zu arbeitet oder eben andersrum.
Mit dem anderen Thema ab wann man etwas als Fotografie zählen kann/könnte kann man eigentlich gleich das nächste Fass aufmachen – dieses kann man leider nicht so "einfach" separieren, da dort die Meinungen nochmals weiter auseinander gehen. Ebenso ist es ja in der "bildenden Kunst".
@Nobsta
Ich versuche mir inzwischen auch anzugewöhnen meinen Workflow mehr und mehr auf das Rawprocessing runterzubrechen, allerdings selbst da kann man ja mal eben völlig falsch belichtete Aufnahmen geraderücken. Ist ja auch nicht schlimm, passiert jeden mal, aber in letzter Zeit [b]höre in halt häufig: [i],,Hey das ist unterbelichtet, egal, das mache ich in Photoshop.´´[/i][/b] [b]Photoshop sollte nur ein Werkzeug zur Optimierung sein und nicht die Aufnahme selber.[/b]
Möglicherweise muss ich mich auch selber mal etwas an der Nase packen, ich mache hier Videotutorials für Photoshop, die sich viele anschauen aber über die direkte Komposition der Bilder habe ich noch kein Video gemacht. Ich denke sowas wird demnächst mal folgen, nun habe ich auch eine kleine Kamera die Videos aufzeichenen kann
Ich denke da muss jeder für sich seinen Weg finden und bestreiten, aber es freut mich schonmal so viel Meinungen von euch als feedback bekommen zu haben.
Komisch, diese Frage stellt sich mir garnicht.
Vielleicht liegt es daran dass ich mich als Bildgestalter sehe und nicht als Photoshopper oder Fotograf. Denn für mich zählt das Ergebnis. Das was rauskommen soll muss meinen Vorstellungen entsprechen.
Dabei kann es sein dass ich ganz banal Rohmaterial knipse und 80% des Bildes in Photoshop entsteht. Es kann aber genauso gut auch ein Bild direkt in der Kamera entstehen ohne dass irgendetwas nachbearbeitet wird.
Der Weg ist für mich in diesem Fall nicht das Ziel sondern das Endergebnis muss (mir) passen. Wie ich das erreiche ist für mich zweitrangig.
Ich würde mich als photoshoppender Fotograf bezeichnen, schlicht aus dem Grunde, da ich PS nicht gut genug beherrsche. Mehr als die Rawkonvertierung, Tonwertanglich etc. wird bei mir nicht gemacht… es ist bei mir sozusagen selbst limitierend.
Für ein gutes Motiv nehme ich mir im Schnitt min. 3-5 min. Zeit (es sei denn es muss schnell gehen). Vor manchen Motiven stand ich aber auch schon 30-60 min. um das richtige Licht oder den richtigen Augenblick abzuwarten.
Es klingt altbacken, aber nehmt mal eine alte analoge Kamera in die Hand. Die zeigt euch euer wahres fotografisches Können. Man nimmt sich automatisch mehr Zeit als mit ner DSLR (siehe beschreibung im Mittelformatthread)
Danke für diesen Satz!
Genau diese Thematik habe ich schon paar Mal in meinen Blog angesprochen
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: "Ich bin Fotograf und kein Bildbearbeiter."
Ich würde meine Nutzung von EBV folgendermaßen beschreiben : so viel wie nötig, so wenig wie möglich