Ein “rebellischer” Akt – Unterschriften- problematik bei Fotografien

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Jun 11th, 2010
lebtFeat

Gestern war es wieder soweit, ein DinA3-Ausdruck von einem meiner Bilder spuckte das Maschinchen zur meiner rechten aus und dann stand ich da – wie so oft schon und kratze mir am Kopf.

Warum?

Weil ich immer überlege, ob auf meine Bilder eine Unterschrift gehört oder nicht.

Einerseits ist das signieren ihrer eigenen Werke in allen Kunstgruppen bzw. -bereichen gang und gäbe, aber andererseits sieht man das bei den fotografischen Werken (in Ausstellungen) eher selten – oder gar nie. Manch einer munkelt sogar man würde seine Seriosität mit einer Unterschrift auf dem Bild verspielen. Daraus ergibt sich für mich eine neue Fragestellung …

Warum sollte die Kunstart Fotografie diesbezüglich stiefmütterlich behandelt werden?

Es gibt Stimmen, die behaupten, dass die kleine Unterschrift an der rechten Unterseite das Motiv zerstören würde – aber diese kleine Notiz, die so viel aussagt, findet man Prinzip bei jeder Plastik, bei jedem Gemälde und bei jeder Collage. Für mich gibt es keinen rationalen Grund, warum diese kleine Signatur so viel anders sein sollte als in den anderen Kunstbereichen. Nur weil es gedruckt ist? Das wäre meiner Meinung nach eine etwas fadenscheinige Argumentation, dann könnte man auch jegliche Collagen als Signatursperrgebiet auszeichnen.

Meine Einstellung?

Für mich ist jedes Bild von mir, welches es auf Papier geschafft hat und somit dem digitalen Friedhof entronnen ist ein künstlerisches Werk. Ob die Qualität nun hoch ist oder nicht, spielt für mich hierbei nicht von Bedeutung, ob das Bild zufällig oder bewusst entstanden ist, ist eigentlich auch egal. Dennoch möchte ich das jedes Bild, als ein Werk von mir erkennbar ist, zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Mitschwimmen?Sich dem Ganzen beugen?

Auf dem Passepartout unterschreiben? Auf der Rückseite?
Wer soll das sehen?
Einen schwarzen Balken (zur Rahmung) auf dem Bild einfügen, um seine Unterschrift platzieren zu können?

Mein “rebellischer” Akt?
Ist simpel und einfach – unten rechts.


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5 Comments

  • Heiko

    #1 11 Jun 2010
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    Ich finde du hast genau die richtige Einstellung zu dem Thema. Um noch auf den Punkt Druck zurück zu kommen, ein Künstler der Lithographien herstellt, druckt ja quasi auch und signieren ist ein Muß. Alleine schon wegen der Limitierung.
    Auf dem Passepartout zu signieren finde ich persönlich nicht gut, denn es ist austauschbar…

    LG Heiko

  • Christof

    #2 11 Jun 2010
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    Finde ich einen sehr interessanten Gedanken. Ich würde mich selber nicht als Künstler bezeichnen, und kann deshalb vielleicht nicht eine professionelle Meinung äussern. Aber ich würde mich absolut nicht gestört fühlen wen ich mal ein Bild von Dir mit Unterschrift sehen würde.

  • Calle Hackenberg

    #3 12 Jun 2010
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    Ich finde das es [b]nichts mit Professionalität[/b] zu tun hat ob man seine Werke signiert oder nicht – jeder Schulaufsatz trägt sogar den Namen des Schülers, weil er als sein eigener identifizierbar sein soll.

    @Heiko Eine Unterschrift auf dem Passepartout ist meiner Meinung nach auch nicht sinnvoll, weil es, wie du sagtest, austauschbar ist.

  • claudia

    #4 12 Jun 2010
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    Das Problem ist doch in lanjähriger Praxis überhaupt keins. Wenn Passepartout wird auf der Vorderseite gezeichnet. Wenn kein Passepartout wird auf der Rückseite gestempelt (säurefreie Stempelfarbe) und ebenfalls vorsichtig mit Stiftmaterialen (säurefrei) gezeichnet, die nicht durchdrücken.

    Persönlich hasse ich nichts mehr als Namen und Signatur IM Foto. Guter Grund für mich, ein Foto nicht zu kaufen.

  • Calle Hackenberg

    #5 12 Jun 2010
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    Die Meinung gehen da sicherlich weit auseinander, dennoch bin ich der Meinung das eine Unterschrift auf der Rückseite nicht das selbe ist wie eine vorne drauf, die sofort zu erkennen ist.
    Fotografien werden heute inzwischen als Kunst(werke) gehandelt und als eben diese betrachtet – aber was die Unterschriften angeht soll die Fotografie ein Ausnahmefall sein? Sehe ich nicht wirklich ein, da es für mich bis jetzt keine relevanten Argumente gegen diese Unterschrift des Künstlers gibt.

    ps. für viele Leute ist die Unterschrift ihres (oder eines bekannten Künstlers) erst ausschlaggebend für den Kauf.

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