Hallo liebe Leute, hier das versprochene kurze Tempel & Figuren Spezial
In Europa schein irgendwie die Meinung zu herrschen, China hätte keine Religion bzw. deren Bevölkerung wären Heiden, da Mao Zedong im Zuge seiner Kulturrevolution zweifelsohne zahlreiche Tempel zerstören ließ und Geistige oft verfolgt oder gepeinigt wurden. Dem ist aber nicht ganz so (zu mindest was den Religionseifer angeht). Die Chinesen, zu mindest die Hong Kong Chinesen, praktizieren eine Abgewandelte Form des Buddhismus, bei dem die Anbetung der verstorbenen Vorfahren eine große Rolle spielt. Als ich auf Cheung Chau Island den lokalen kleinen Tempel betrat, schickte sich ein Ehepaar gerade an zu beten. Ich wollte die Beiden nicht stören, doch waren sie von mir fast mehr fasziniert als ich von ihnen. Sie haben mir versucht zu erklären, was sie da anbeten und wie das ganze funktioniert… Die genaue Funktion der Räucherstäbchen blieb mir immer schleierhaft, man muss sie dreimal über vor sich kreisen lassen und die einzelnen Stäbchen dann in verschiedene, mit Sand gefüllte Töpfe stecken (siehe Post: Outer Islands).
Desweiteren wird in regelmäßigen Abständen im Tempel geschau, was die Zukunft so mit sich bringt. Dazu findet sich in jedem Tempel eine Holzkasette die mit vielen langen Stäbchen gespickt ist. Auf jede dieser Stäbchen befindet sich eine Zahl. Man nimmt die Kasette kniet vor einem Altar nieder und schüttelt so lange hin und her, bis ein Holzstäbchen herausfällt. Mit der Nummer geht man zu einer Steintafel auf der Zettel mit den entsprechenden Nummern hängen, auf denen dann eine kurz Prophezeihung steht. Ich habe das ganze auch mal gemacht, und meine Chinesin hat sich ab der Mitte des Textes geweigert weiter zu übersetzen, da die Prophezeihung wohl so übel war…
Mein Tip: Wiederholt das Ritual einfach so lange bis euch die Prophezeihung gefällt, dann fühlt man sich auch irgendwie besser und die Chinesen freuen sich auch immer so wenns mit der Familie gut aussieht
Viele Bilder entstanden im Wong Tai Sin Tempel in Nordkowloon, nahe des Chi Lin Nunnery. Es ist der größte Tempel in Hong Kong und zieht neben vielen Touristen auch unzählige Einheimische an. Das Beten hat dann schon fast etwas von einer Massenzeremonie, und der Atem bleibt einem schier vor lauter Rauch weg…
Bild 1: Ein Türknauf des Wong Tai Sin Tempels. Ich fand die Form recht hübsch anzusehen, Drachen scheinen in der dortigen Religion eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu haben.
Bild 2 & 3: Löwenstatuen sind ebenfalls sehr beliebt in Tempeln, sie thronen meist vor Eingängen oder Treppenaufgängen und es gibt sie in jeglicher Form und Größe.
Bild 4: Der Won Tai Sin Tempel hat neben der ausgeprochen gepflegten Grünanlage einige Wasseranlagen in denen Schildkröten und/oder Kois leben. Die Schildkröte ist wohl so eine Art heiliges Tier dort. Ob es selbige auch auf der Speisekarte zu finden gibt, hab ich nicht rausbekommen können… Anmerkung: Falls ihr euch fragt warum meine Kamera im blauen Wasser orange Flecken produziert ist die Lösung ganz einfach: Die Chinesen schmeißen da Münzen rein, und bei f/2,8 werden die zu orangen Punkten.
Bild 5: Marmorstatue in einem Chinesischen Garten in Macau. Die Stadt ist anfürsich nicht gerade besonders hübsch, aber das koloniale Teehaus nebst Garten ist echt einen Besuch wert, wenn man schonmal dort ist. Die chinesische Schönheit aus dem voherigen Post sah das wohl auch so, sonst hätte sie sich da nicht geräkelt…




Klasse Fotos, Hut ab!