Ideenfindung – oder ich steh aufm Schlauch…

March 26, 2010
Calle Hackenberg

Wer kennt das nicht, man soll etwas erarbeiten, am besten eine ganz neue kreative Sache, eine Idee soll sich formen. Ein Thema, das einem hören und sehen vergeht, quasi die Socken auszieht. Man beginnt zu denken und kommt zum Schluss – so wird das nichts! Da tendiert man schnell zum Aufgeben, frei nach dem Motto, mir ist gerade nichts eingefallen, also habe ich keine Idee. Allerdings gibt es durchaus Momente, in denen man es sich nicht erlauben kann keine Idee zu habe, weil man bis zu einem gewissen Zeitraum fertig sein soll. Und nun? Systematische Ideenfindung ist gefragt!

Welch eine Wortschöpfung, aber egal. Zunächst sollte man sich über eine Sache im Klaren sein, Inspiration und Ideen sind eng miteinander verbunden, aber nicht das Gleiche! Viele Leute sind der Meinung, dass wenn Sie genug Inspiration, durch Rumklicken auf FlickR etwa, “aufgesogen” haben Sie schnell gute Einfälle bekommen. Mir persönlich geht das nicht so. Deshalb habe ich mir eine gewisse Systematik angeeignet, um Ideen zu finden. Die funktioniert in etwa so …

Inspiration:

Für mich ist zunächst immer erst mal wichtig, auch wenn ich gerade lustlos bin, einwenig Inspiration zu sammeln. Das geht auf vielfältige Art, sei es ein Spaziergang mit der Freundin durch die Natur, das Durchblättern von Bilderbänden, das lesen von Modezeitschriften (oder eher das Bilderanschauen), das Eintippen irgendeines Begriffs bei Flickr (Dirk Bongardt’s Technik) oder gar das lesen eines ganz normalen Buches (ja so was gibt es noch, mit so echten Blättern aus Papier, nicht Pixeln). Ebenfalls hilfreich ist Musik, diese kann hilfreich sein, kann aber ebenso gut stark ablenkend wirken. Gleich verhält es sich mit dem Anschauen von Filmen oder reines TV schauen – das ist ein zweischneidiges Schwert aus meiner Sicht, da das Fernsehen das Gehirn mit Reizen überflutet und somit dazu führt, dass das Gehirn noch 24 Stunden, nach dem Blick in die Röhre, damit beschäftigt, damit beschäftigt ist das gesehene angemessen zu verarbeiten. Allerdings kann eine wirklich (technisch) gut gemacht Sendung, Doku oder Film auch hilfreich sein, wenn man sich nicht nur auf den Inhalt beschränkt, sondern auch versucht zu interpretieren und sich  auchdarum bemüht die Kamerafahrten, Einstellungen und Winkel auf ihre Wirkung hin zu untersuchen (auch in Kombination mit dem Ton). Filme, die sich für so etwas besonders eignen sind aus meiner Sicht “Forest Gump“,”Lord of War” und ebenso “Children of Men” – ich habe die entsprechenden (englischen) Trailer mal eingebunden. Genug Inspiration gefunden? Ich hoffe doch!

Ideenfindung:

Nachdem man nun im Bestfall schon vollgepumpt mit Impressionen aus der Umwelt ist macht man sich an die Arbeit. Naja was heißt Arbeit – im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Es entwickelt sich aus den verschiedenen Elemente, die man gerade gesehen oder gehört (oder gefühlt) hat, eine Idee. Wenn dies passiert dann hat man Glück gehabt, denn es ist nicht immer so, dass direkt eine Idee im Kopf entsteht. Wichtig ist nun, aufschreiben oder aufmalen, damit man immer darauf zurückgreifen kann. Am besten direkt einen kleinen Block oder Zettel dabei haben auf welchem man alles Wichtige schnell (wenn auch unsauber) skizzieren oder aufschreiben kann. Anschließend kann man die Idee dann noch verfeinern und oh Wunder – die Idee ist da, man muss sie nur noch ausfeilen.

2.) Die andere Möglichkeit ist, sollte man nicht direkt eine Idee aus seinem visuellen oder auditiven Eindrücken herstellen bzw. bilden können, eine Mindmap. Der eine oder andere (meist Schüler) bekommt nun einen kleinen Wutanfall, weil man regelmäßig zur Anfertigung dieser Mindmaps in der Schule “gezwungen” wird. Allerdings ist das aus meiner Sicht nicht förderlich, da die Gedanken einfach frei “fließen” müssen. Demzufolge sollte man sich Zeit nehmen und das Ganze nicht gezwungen machen. Wie funktioniert die ominöse Mindmap nun?

Ein Regelwerk gibt es meines Wissens nicht, aber ich finde Mindmaps am effektivsten, wenn man ins Zentrum des Bildes sein Hauptthema schreibt. Etwa “Fashionfotografie”, darum schreibt man nun alles, was einem dazu einfällt, möglichst immer in einem Wort. Also etwa zu Fashionfotografie gehört – “Kleider”, “Models” und vielleicht auch schon etwas spezieller der Zeitraum in dem die Aufnahme “spielen” soll – also schreibt man noch “50′er” dazu. Wer mag natürlich noch “60′er”, “70′er oder sonst was einem einfällt – “Burgtrachten”? Diese kleinen Subtopics schreibt man dann in kleine lustige Bubbles außen um das Hauptfeld (Fashionfotografie) herum. Aus diesen Subtopics kann man dann wieder einige Unterthemen rausbröseln bzw reinbröseln. Zu 70′er könnte man nun etwa Flowerpower, Prielblume oder knallige Farben aufschreiben. Nach und nach ergibt sich daraus ein weites Feld an Ideen, die infrage kommen. Die Auswahl der Idee selbst ist meist schon ein Prozess, der schon während des Erstellens der Mindmap abläuft. Man beginnt Präferenzen für einige Topics zu haben – letzlich relativ viele. Ich beginne dann mit drei Farben meine Ideen auf Folgendes zu überprüfen: zum einen auf Umsetzbarkeit, Sinnigkeit und Präferenz von mir selbst. Anschließend markiere ich dann jede der Bubbles mit einer der drei Farben, entweder rot (schlecht), orange (mittel) oder grün (gut). Dadurch entsteht eine Art Muster, aus der ich mir meine Lieblingselemente zu einer Idee zusammenbasteln kann. Das heißt, ich schaue, was mir zusagt, und setzte die einzelnen Puzzlestücke zusammen – daraus entsteht dann die meist schon finale Idee.

Natürlich funktioniert das nicht immer, aber dieses vorgehen, hat mir schon sehr viel Zeit und Nerven gespart. Des Weiteren ist es natürlich grundsätzlich so, dass jeder seine Ideen anders findet, dennoch bin ich der Meinung, dass man mit einer gewissen Systematik an die Sache rangehen sollte.

Das ist meine Herangehensweise, wie ist eure und wo sammelt ihr eure Inspiration? Lasst es mich via Twitter oder in den Comments wissen!

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